Schilddrüsenclinic-News

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Nachblutungsdetektor: Quantensprung für die Patientensicherheit Ärzte der Schilddrüsenclinic Agatharied entwickeln Idee, die zur Serie reift

Hausham, 29.06.2021  ̶  Nachblutungen nach Operationen können zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Chefarzt Prof. Dr. med. Hans Martin Schardey und sein Team haben auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, medizinischer Erfahrung und in intensiver Zusammenarbeit mit Technologiefirmen den sogenannten Nachblutungsdetektor entwickelt. Das Gerät, das nun die erste Gebrauchstauglichkeitsprüfung bestanden hat, überwacht die Patienten nach Operationen und erkennt mögliche Nachblutungen unmittelbar.

„Die Idee für den Nachblutungsdetektor entstand, um Risiken nach Schilddrüsenoperationen zu verringern. Gerade bei Operationen der sogenannten endokrinen Drüsen können Nachblutungen zu tödlichen Komplikationen führen“, so Schardey, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Endokrine Chirurgie. Doch auch die Sicherheit anderer Eingriffe, bei denen dieselben kritischen Verläufe auftreten können, ließe sich durch die neue Methode deutlich erhöhen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sieht Prof. Schardey zum Beispiel bei Operationen an der Hals- oder Bauchschlagader, der Bandscheibe oder bei Unterschenkelbrüchen.

Was genau bei diesen Nachblutungen passiert und welche funktionellen Strukturen betroffen sind, erforscht Prof. Schardey seit mehr als zwölf Jahren intensiv. Er und sein Team haben hierfür viele Forschungsgelder erhalten. In Kooperation mit verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und Medizintechnikfirmen ist aus einer ersten Idee nun der Nachblutungsdetektor entstanden.

„Der Detektor wird am Ende der OP angelegt. Der Patient trägt ihn am Arm, verbunden mit einer kleinen Sonde im Hals. Steigt der Druck im Hals durch eine Nachblutung, gibt das Gerät sofort selbst Alarm und zusätzlich per Bluetooth ein Signal an ein Handy, das wiederum das Klinikpersonal informiert“, erläutert Schardey die Funktionsweise. Die Sicherheit für die Patienten ist deutlich erhöht und gleichzeitig reduziert sich der Stress für alle Beteiligten. Durch die Messungen des Nachblutungsdetektors weiß man jederzeit über den Zustand des Patienten Bescheid und kann sofort die nötigen Maßnahmen einleiten.“

„Ich freue mich sehr, dass die Ärzte unseres Krankenhauses abermals einen wertvollen Beitrag für die Sicherheit der Patienten leisten“, erklärt Michael Kelbel, Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied.

Am 4. Mai 2021 fand die erste Gebrauchstauglichkeitsprüfung in der Schilddrüsenclinic Agatharied statt, bereits in zwei Monaten beginnt die Zulassungsstudie. Noch in diesem Jahr wird der Nachblutungsdetektor an über 50 Zentren für Schilddrüsenchirurgie in Europa getestet. Die Zulassung ist für das 4. Quartal 2022 geplant. Entwickler und Hersteller des Detektors ISAR-M THYRO® ist die Firma ISAR-M GmbH aus Holzkirchen.

Münchner Schilddrüsenkongress 2021

Der Münchner Schilddrüsenkongress 2021 "Schilddrüsenchirurgie aktuell - was kommt, was geht?", findet am 07. und 08. Oktober statt.

Weitere Informationen zum Schilddrüsenkongress

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Interview mit Chefarzt Prof. Dr. Schardey in: Hörzu Gesundheit/Dossier, 1/2020.

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